Bug bei Google Messages sorgt für das Versenden von SMS an falsche Kontakte

Bug bei Google Messages sorgt für das Versenden von SMS an falsche Kontakte

Kennen Sie das? Sie schreiben eine Nachricht auf Ihrem Handy, schicken Sie per SMS, RCS oder WhatsApp ab und stellen dann fest, dass der Inhalt an eine falsche Adresse ging?

Solange eine fehlgeleitete Message eher belanglose Informationen enthält, mag das mal noch gehen. Dann wird die Nachricht vom Empfänger in den meisten Fällen einfach gelöscht. Vielleicht existiert die von Ihnen eingetragene Nummer auch gar nicht und Ihr Text verschwindet irgendwo im Nirgendwo. Glück gehabt.

Schwierig wird es dann, wenn Ihre Nachricht ankommt und auch noch sensible Daten enthält. Oder vielleicht sogar Passwörter. Dann können Sie den Empfänger maximal noch um Entschuldigung bitten oder im schlimmsten Fall Ihre Kontoeinstellungen ändern. Denn der Versand einer SMS lässt sich weder rückgängig machen noch kann die Nachricht im Nachgang gelöscht werden.

Google Messages mit Softwareproblem

Eine unangenehme Erfahrung, die in den vergangenen Wochen einige Nutzer mit Android Smartphones machen mussten. Der Übeltäter: Google Messages. Jene Nachrichten-App, die nach und nach bei verschiedenen Herstellern die internen Anwendungen für das Versenden von SMS und RCS ersetzt.

Anfang September musste Google einräumen, dass Messages Schwierigkeiten hat, Daten von einem Smartphone auf ein anderes zu übertragen: Beim Transfer von einem alten Gerät auf ein neues treten Fehler bei der Synchronisation der Chatverläufe auf. Dadurch können ältere Textnachrichten, aber auch Fotos in falschen Konversationen landen – sowohl in Einzelchats als auch in Gruppen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich bei den Messages um SMS oder RCS handelt.

Das große Problem dabei: Die falsch zugeordneten Nachrichten bleiben nicht auf dem eigenen Handy. Sie landen mit Hilfe des Chatverlaufs unbeabsichtigt per RCS und SMS auch bei verschiedenen Empfängern. So berichteten User davon, dass sie auf diese Weise Vertrauliches falsch weitergeleitet hätten.

Diese Hersteller sind von dem Bug betroffen

Grundsätzlich lässt sich kein Hersteller von dem Bug ausschließen. Im Grund genommen kann es jedes Android-Gerät treffen, das Google Messages verwendet. Benutzen Sie jedoch eine andere App, um RCS oder SMS zu versenden, bleibt die Kommunikation auf Ihrem Handy von dem Fehler verschont. Und bei älteren Geräten verrichten häufig noch die herstellereigenen Anwendungen für das Messaging gewissenhaft ihren Dienst.

Außerdem tritt der Bug bei Google Messages nicht im alltäglichen Gebrauch auf. Der Fehler entsteht erst bei der Datenübertragung von einem alten auf ein neues Gerät, wahrscheinlich beim Zugriff auf die Archivstruktur von Google Messages. Hier kommt es wohl zu einer falschen Verarbeitung der Nachrichtenhistorie.

Google hat schnell auf den Bug reagiert und bringt mittlerweile Fixes in den Umlauf, um das Softwareproblem zu lösen. Laut Anbieter kann es jedoch eine Weile dauern, bis alle User die neue Version von Google Messages über den Play Store bezogen haben. Der Anbieter aus Mountain View geht dabei von mehreren Wochen aus, bis das Problem flächendeckend behoben wurde.

Alternativen zu Google Messages nutzen

Bis dahin empfehlen wir die Nutzung anderer Messenger-Dienste, um SMS und RCS zu versenden. So umgehen Sie eine mögliche unbeabsichtigte Weitergabe von vertraulichen Daten.

Alternativ können Sie ihr Telefon auch auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, ohne jedoch die Nachrichten dabei wiederherzustellen. Allerdings müssen Sie dann auf Ihre Chatverläufe verzichten oder diese manuell sichern und wieder auf Ihr Handy übertragen. Eine Neuinstallation des Messengers, die Löschung des Caches oder der Neustart des Gerätes bringen wohl keine Besserung. In jedem Fall hilft es jedoch, vor dem Senden einer SMS oder RCS einen Blick auf den Chatverlauf in Google Messages zu werfen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Bug bei Google Messages sorgt für das Versenden von SMS an falsche Kontakte