Stromausfall Berlin – Warnung kam per Cell Broadcast

Stromausfall Berlin - Warnung kam per Cell Broadcast

Nach einem Brandanschlag auf eine mangelhaft gesicherte Stromversorgungsleitung kam es am 03. Januar 2026 im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall. Davon betroffen waren vor allem die Ortsteile Lichterfelde, Nikolassee, Schlachtensee, Dahlem, Wannsee und Zehlendorf. Etwa 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten mussten bei frostigen Temperaturen im Dunklen und im Kalten ausharren. Denn der Blackout hatte nicht nur die Stromversorgung lahmgelegt sondern auch die Fernwärme. Aufgrund der komplexen Reparatur der zehn Zentimeter dicken Hochspannungskabel dauerte die Wiederherstellung des Stroms bis zu vier Tage.

In den betroffenen Gebieten hat der längste Stromausfall Berlins seit 1945 vielen Menschen schwer zu schaffen gemacht, besonders Älteren und Kranken. Dennoch handelte es sich um ein eng begrenztes, regionales Ereignis, das letztendlich „nur“ einen geringen Teil der Bevölkerung tangierte. Allerdings wurden alle Einwohner der Hauptstadt per Cell Broadcast gewarnt – auf ziemlich kuriose Weise:

Warnmeldung irritierte Einwohner von Berlin

Am Samstagmorgen, am 03. Januar 2026, fiel der Strom aus, allerdings ohne Warnung. Obwohl auch Festnetz- und Mobilfunknetze vom Blackout betroffen waren, hätten diese aufgrund vorhandener Batteriepuffer noch senden können. Aber nichts passierte. 

Stattdessen schreckten vier Tage später, also am Mittwoch, viele Berlinerinnen und Berliner auf. Untermalt vom Schrillen des Katastrophenalarms, zeigten die Mobiltelefone das Folgende: „Extreme Gefahr. WARNUNG MITTEL. Mi. 07.01.2026, 09:30 Uhr. Achtung! Warnung Stromausfall für Berlin:“ Obwohl es vorher hieß, dass der Strom für die Betroffenen zurückkehren sollte, wurden alle Einwohner der Hauptstadt gewarnt. Erst der Folgetext offenbarte, dass die betroffenen Berlinerinnen und Berliner bei der Wiederversorgung aufgefordert wurden, Notstromaggregate vom Netz zu trennen und starke Stromverbraucher nicht zu betreiben, um eine Überlastung zu vermeiden. Gegen 22:00 Uhr erfolgte dann die Entwarnung, wiederum per Cell Broadcast.

Das Vorgehen der Behörden löste große Verwirrung unter der Bevölkerung aus und entfachte eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Warnungen. Schließlich kommt Cell Broadcasting als Teil des Modularen Warnsystems (MoWaS) im Katastrophenschutz zum Einsatz. Manche vermuteten daher tatsächlich das Eintreten eines weiteren schwerwiegenden Ereignisses.

Die Behörden begründeten die Verwendung des MoWaS damit, alle vom Blackout Betroffenen über die anstehende Stromaufschaltung erreichen zu wollen. Allerdings gab es wohl Schwierigkeiten im System, was mögliche Formulierungen angeht. Denn das Warnsystem enthält fest definierte Textvorgaben, die sich nicht ändern lassen. Dementsprechend bringt jede Warnmeldung immer „Extreme Gefahr“ zum Ausdruck.

So funktioniert Cell Broadcast

Doch wie genau funktioniert Cell Broadcast über MoWaS eigentlich? Im Grund genommen arbeitet der Mobilfunkdienst ähnlich wie beim Versenden einer SMS. Nur dass hier nicht Nachrichten gezielt an bestimmte Empfänger gelangen sondern die Inhalte breit gestreut werden – ähnlich einem Radiosender: Jedes Handy muss sich für den Netzempfang in einer lokalen Funkzelle registrieren. Cell Broadcasting nutzt diesen Vorgang auf umgekehrte Weise, adressiert die angemeldeten Mobilfunkgeräte und verschickt breit gestreut eine Warnmeldung per Push-Nachricht. Alle Mobiltelefone erhalten dann gleichzeitig eine Textmitteilung mit den relevanten Informationen zum Gefahrenereignis.

Für die Verwendung von Cell Broadcasting bedarf es keiner bestimmten App. Alle eingeschalteten Smartphones mit Android 11 oder iOS 15.6.1 und besser können die Nachrichten empfangen, sofern sie sich in einer Funkzelle im Netz der Wahl registrieren. Die empfangene Warnmeldung wird dann direkt im jeweiligen Betriebssystem verarbeitet und löst einen Alarm aus. Auch dann, wenn das Telefon stummgeschaltet ist. Befindet sich das Telefon im Flugmodus, funktioniert der Empfang der Push Nachricht jedoch nicht und das Gerät bleibt stumm.

In der Summe stellt Cell Broadcast damit eine einfache und schnelle Möglichkeit dar, viele Menschen im Ernstfall gleichzeitig zu warnen. Selbst bei überbuchten Funkzellen funktioniert die Übertragung der Warnmeldung zuverlässig. Bleibt nur zu hoffen, dass es keinen weiteren Ernstfall für das Warnsystem und damit Cell Broadcast gibt.